Microsoft scheitert an einem Stromanschluss, Accenture prüft sein China-Geschäft und Lindt sucht neue Führung. Dazu kommen Chinas Konjunkturdaten und der schrittweise Start des Kryptohandels bei ersten Sparkassen am 19. Oktober.

Aktien

Microsoft stoppt Nscale-Deal: Ohne Strom bleibt der KI-Ausbau Theorie

Microsoft steigt aus dem Rechenzentrumsprojekt im britischen Loughton aus. Laut Reuters verzögert sich der Netzanschluss bis in die 2030er-Jahre. Microsoft betont, die Entscheidung betreffe einen einzelnen Standort; die Zusammenarbeit mit Nscale bestehe fort.

Daran zeigt sich eine Grenze des KI-Ausbaus: Bestellte Chips schaffen noch keine nutzbare Rechenleistung. Fehlt Strom, können geplante Kapazitäten später anlaufen. Bei Rechenzentrumsinvestitionen verdienen deshalb Netzanschluss und Inbetriebnahme ebenso viel Aufmerksamkeit wie angekündigte Investitionssummen.

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Wirtschaft

China wächst wieder schneller – der Konsum bleibt die Schwachstelle

Chinas Wirtschaft ist im dritten Quartal real um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Im zweiten Quartal waren es 4,3 Prozent gewesen. Für die ersten neun Monate meldet das Statistikamt ein Plus von 4,6 Prozent.

Die Septemberdaten zeigen allerdings ein deutliches Gefälle: Die Industrieproduktion legte im Jahresvergleich um 5,5 Prozent zu, die Einzelhandelsumsätze lediglich um 1,1 Prozent. Auch der Immobiliensektor bleibt unter Druck: Die Investitionen in die Immobilienentwicklung lagen von Januar bis September 20,6 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die bessere Wachstumsrate allein ist deshalb kein Signal für einen breiten Konsumaufschwung. Für Unternehmen mit China-Geschäft macht es einen Unterschied, ob ihre Einnahmen an industrieller Produktion oder an privaten Käufen hängen. Auch bei einem China-ETF lohnt der Blick auf die Branchenzusammensetzung: Eine einzelne BIP-Zahl beschreibt diese unterschiedlichen Geschäfte nur unzureichend.

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Aktien

Accenture prüft laut FT einen Verkauf des China-Geschäfts

Accenture prüft einem Bericht der Financial Times vom Sonntag zufolge den Verkauf seiner chinesischen Aktivitäten für bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar. Reuters berichtet unter Berufung auf die Zeitung, JPMorgan begleite eine strategische Überprüfung. Auch eine verbleibende Minderheitsbeteiligung von Accenture sei möglich.

Der Unterschied zwischen Prüfung und Verkauf ist hier entscheidend: Weder ein verbindlicher Kaufpreis noch ein Abschluss stehen damit fest. Die genannte Summe ist folglich noch kein gesicherter Mittelzufluss.

Für die Beurteilung eines möglichen Verkaufs wäre außerdem wichtig, welche Umsätze und Gewinne Accenture abgeben und welchen Anteil es behalten würde. Erst diese Größen erlauben einen Vergleich zwischen dem einmaligen Erlös und dem künftig wegfallenden Geschäft. Die Schlagzeile über 1,5 Milliarden Dollar beantwortet diese Frage noch nicht.

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Aktien

Lindt wechselt den Chef aus – Europa soll wieder wachsen

Lindt & Sprüngli trennt sich von Konzernchef Adalbert Lechner. Sein Vorgänger Dieter Weisskopf übernimmt mit sofortiger Wirkung als Interimschef. Einen dauerhaften Nachfolger will der Verwaltungsrat im zweiten Quartal 2027 benennen.

Der Verwaltungsrat begründet den Wechsel mit dem Ziel, zu dauerhaft starkem Wachstum zurückzukehren. Weisskopf nennt die Rückkehr des europäischen Geschäfts zum Wachstum als Schwerpunkt. Zugleich will er in die Marken investieren und die Profitabilität verbessern.

Die Aktie lag laut Reuters am Morgen um 1,7 Prozent im Minus, Stand 9:31 Uhr deutscher Zeit. Der Kursstand ist eine Momentaufnahme, kein Schlusskurs. Ein Unternehmenssprecher erklärte der Agentur, der Führungswechsel ändere die Jahresprognose nicht.

Ein neuer Chef kann die Strategie verändern; mehr Absatz und bessere Erträge entstehen dadurch noch nicht. Ob der Wechsel wirtschaftlich greift, wird sich am europäischen Geschäft und an der Profitabilität messen lassen. Genau dort setzt die angekündigte Arbeit des Interimschefs an.

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Krypto · Meldungsdatum: 19.10.2026

Sparkassen starten Kryptohandel: Bitcoin und Co. kommen in die Banking-App

Seit dem 19. Oktober können Kunden erster teilnehmender Sparkassen Kryptowährungen direkt über die Sparkassen-App handeln. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf den Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Einen einheitlichen bundesweiten Start gibt es nicht: Jede Sparkasse entscheidet selbst, ob und wann sie das Angebot einführt.

Bereitgestellt wird „Krypto – powered by Deka“ von der DekaBank. Zum Angebot gehören Bitcoin, Ether, XRP, Solana und POL. Kunden eröffnen dafür ein separates Kryptokonto innerhalb der App. Die Verwahrung übernimmt die DekaBank; eine Anlageberatung ist nicht vorgesehen.

Damit wird der Zugang zu Kryptowährungen für teilnehmende Sparkassen-Kunden Teil ihres gewohnten Bankings. Wer bisher eine zusätzliche Handelsplattform benötigt hätte, kann den Kauf nun über seine Banking-App abwickeln. Das bedeutet allerdings keine Selbstverwahrung: Die privaten Schlüssel bleiben beim Verwahrer. Auszahlungen sind laut Deka zudem nur an Wallet-Adressen bestimmter Kryptodienstleister möglich.

Die vertraute Oberfläche ändert auch das Anlagerisiko nicht. Kryptowährungen können stark schwanken und unterliegen keiner gesetzlichen Einlagensicherung. Für Kunden zählt deshalb neben der Verfügbarkeit auch, welche Kosten und Übertragungsmöglichkeiten das konkrete Angebot hat.

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Redaktionell überarbeitete Ausgabe vom 19. Oktober 2026. Die ursprüngliche Veröffentlichungszeit bleibt erhalten.