Aktien · Nachtrag vom 22. Oktober 2026

Nachtrag: Moderna-Aktie fällt nach vorzeitig veröffentlichten Krebsimpfstoff-Daten

Die Aktie des US-Biotechnologieunternehmens Moderna ist am Donnerstag nach der vorzeitigen Veröffentlichung von Daten zu einer gemeinsam mit Merck & Co. entwickelten Krebstherapie stark gefallen. Reuters berichtete am Abend von einem zwischenzeitlichen Minus von mehr als 20 Prozent. Das ist eine Momentaufnahme des Handelstags, kein bestätigter Schlusskurs.

Im Mittelpunkt steht Intismeran autogene, eine experimentelle, auf den jeweiligen Tumor zugeschnittene mRNA-Therapie. Sie soll das Immunsystem gegen Krebszellen aktivieren und wurde zusammen mit Mercks Immuntherapie Keytruda nach der vollständigen operativen Entfernung eines Melanoms, einer Form von Hautkrebs, untersucht.

Nach der Unternehmensmitteilung erreichte die Phase-3-Studie mit 1.137 Teilnehmenden ihre zentralen Wirksamkeitsziele. In der maßgeblichen Auswertung war das relative Risiko eines Rückfalls oder Todes gegenüber Keytruda allein um 42 Prozent niedriger. Nach zwei Jahren lebten 82,2 Prozent der Kombinationsgruppe ohne Rückfall, gegenüber 70,0 Prozent in der Vergleichsgruppe. Die 42 Prozent sind eine relative statistische Risikoreduktion und keine Heilungsquote.

Der Kursrückgang ist deshalb nicht mit einem Scheitern der Studie gleichzusetzen. Die Ergebnisse zeigen einen Nutzen beim rückfallfreien Überleben; belastbare Aussagen über eine Verlängerung des Gesamtüberlebens sind laut den Unternehmen noch nicht möglich. Intismeran befindet sich weiterhin in Entwicklung. Positive Studiendaten sind weder eine Zulassung noch bereits gesicherte Verkaufserlöse.

Für Anleger geht es um das wirtschaftliche Potenzial einer personalisierten Krebstherapie und die noch offenen Entwicklungs- und Zulassungsschritte. Dass der Kurs trotz positiver Studiendaten fällt, erklärt für sich allein nicht die Erwartungen einzelner Marktteilnehmer. Eine bestimmte Ursache für das gesamte Kursminus lässt sich daraus nicht sicher ableiten.

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Wirtschaft

US-Raffinerien: Auslastung von Mai bis September auf höchstem Stand seit 1998

Die US-Raffinerien haben zwischen Mai und September 2026 im Durchschnitt mehr als 95 Prozent ihrer Kapazität genutzt. Nach Angaben der US-Energiebehörde EIA ist das die höchste Auslastung für diese Monate seit 1998.

Als Grund nennt die Behörde das knappe weltweite Angebot an Mineralölprodukten. Dadurch seien die Verarbeitungsmargen insbesondere bei Diesel gestiegen, was einen höheren Raffinerieeinsatz wirtschaftlich attraktiver mache. Raffinerien verdienen an der Verarbeitung von Rohöl zu Kraftstoffen und anderen Produkten; entscheidend ist deshalb nicht allein der Ölpreis, sondern auch das Verhältnis zwischen Rohstoffkosten und Produkterlösen.

Die hohe Auslastung zeigt zugleich, dass die vorhandenen Anlagen nur begrenzten Spielraum für zusätzliche Verarbeitung bieten. Sie ist damit kein Beleg dafür, dass sich die Versorgung mit Kraftstoffen bereits entspannt hat.

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Aktien

Unibail-Rodamco-Westfield senkt Leerstand und bestätigt Jahresausblick

Unibail-Rodamco-Westfield, Betreiber von 65 eigenen Einkaufszentren in Europa und den USA, hat seinen Ergebnisausblick für 2026 bestätigt. Das Unternehmen erwartet weiterhin einen bereinigten wiederkehrenden Gewinn je Aktie von 9,15 bis 9,30 Euro. In den ersten neun Monaten stiegen die Umsätze seiner Einzelhandelsmieter um 5,2 Prozent, die Besucherzahlen um 2,2 Prozent.

Die Leerstandsquote der Einkaufszentren nach dem Branchenstandard EPRA sank auf 3,9 Prozent. Das waren 1,4 Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor und 0,2 Prozentpunkte weniger als zum Halbjahr. Die Bruttomieteinnahmen der Einkaufszentren wuchsen auf vergleichbarer Basis um 3,8 Prozent.

Für das Vermietungsgeschäft greifen damit zwei Entwicklungen ineinander: Weniger leer stehende Flächen verbreitern die Einnahmebasis, während höhere Umsätze der Händler deren wirtschaftliche Grundlage für Mietzahlungen stärken können. Händlerumsätze sind allerdings keine Einnahmen des Immobilienkonzerns. Dessen Mietwachstum fällt mit 3,8 Prozent entsprechend anders aus als das Umsatzplus seiner Mieter.

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